Das bringt Spirulina wirklich

Wirkung von Spirulina

Eine Mikroalge aus den Tropen kann keine Wunder bewirken und doch ist sie bei genauerem Hinsehen besser als ihr Ruf, die Spirulina. Ursprünglich besiedelt sie flache tropische Gewässer in Südostasien, Afrika und Mittelamerika. Die Alge versorgt die an den Ufern ihrer Gewässer lebenden Menschen mit wichtigen Spurenelementen und Mineralstoffen. Das ist ihr Verdienst. Dass wir im „überversorgten“ Deutschland aus der Eiweiß-Quelle ein Nahrungsergänzungsmittel machen, das angeblich Krankheiten heilen und Krebs verhindern soll, ist nicht die Schuld der Alge. Werbefachleute witterten vor Jahren schon die Chance, aus einem „Rohstoff“, über den es keinerlei Studien gab und gibt, ein Wundermittel zu machen.

In Wahrheit

Der Spirulina Alge fehlen die Zellulosewände. Das macht sie besser verfügbar für den menschlichen Organismus. Die Alge enthält darüber hinaus wertvolles Eiweiß und Vitamin B12. Studien, die dennoch wegen geringer Teilnehmerzahl nicht als aussagekräftig gelten, weisen eine Verbesserung der Blutfettwerte auf. Die Untersuchungen mit einem messbaren Ergebnis stammen lediglich aus dem Tierversuch. Darüber hinaus wird in der Kritik zu Spirulina als Nahrungsergänzungsmittel erwähnt, dass die Tagesdosis für die Alge so gering sei, dass ihre Inhaltsstoffe keinerlei Auswirkungen auf den Organismus haben können. Sicher ist, dass Spirulina 60% Eiweiß enthält, dass die Alge schon immer auf dem Ernährungsplan der Flamingos stand und dass Spirulina sehr wenig Jod enthält, weil sie in mineralstoffreichem Süßwasser lebt. Schließlich gibt es keine wissenschaftlichen Belege für ihre Wirksamkeit für den Menschen. Die Versuche, die bislang gemacht wurden, sind von den Tieren auf den Menschen nicht übertragbar. Und das ist auch schon alles, was über die Alge an gesicherten Kenntnissen bekannt ist.

Argumente

Wer sich näher mit diesem Lebewesen beschäftigt, das zu den ältesten Geschöpfen auf der Erde zählt, wird auf Unstimmigkeiten stoßen. Die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, bestätigt, dass die indigenen Völker der Länder, in denen die Alge wächst, durch den Genuss von Spirulina keine Mangelerscheinungen aufweisen. Die Frage nach der Menge oder Zusammensetzung sei hier erlaubt und danach, ob nicht vielleicht durch den Transport und die Weiterverarbeitung in den europäischen Staaten, wertvolle Bestandteile der Alge verändert werden oder sogar verloren gehen. Vielleicht können sich Verantwortliche darauf einigen, Spirulina als gesundes „Gemüse“ zu verkaufen und ihr nicht Wunderkräfte zuzuschreiben oder sie gar als Superfood auf den Markt zu bringen.

Fazit

Goji, Chia, Acai-Beere sind bekannte Nahrungsergänzungsmittel, die schon einer Prüfung unterzogen wurden. Sobald es verlässliche Untersuchungen zu der Alge gibt, könnten die Verbraucher neu diskutieren. Bis dahin bleibt der Verzehr ein Experiment.

 

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